UK - Unterstützte Kommunikation

Konzeption Unterstützte Kommunikation

der Gustav-Heinemann-Schule

Stand Juli 2018

 

Grundlegende Aspekte

Kommunikation = menschliches Grundbedürfnis

Kommunikation stellt ein menschliches Grundbedürfnis dar und ist für eine gleichberechtigte und mitbestimmende Teilnahme am Schulleben und am Unterricht unerlässlich. Aufgrund von Behinderungen kann es zu Beeinträchtigungen der Kommunikationsentwicklung kommen, die Formen alternativer (andere als die Lautsprache) oder zur Lautsprache ergänzender Kommunikation erforderlich machen.

 

UK – Was ist das?

Unterstützte Kommunikation bildet den Oberbegriff für alle Bemühungen, Menschen mit unzureichender Lautsprache in ihrer Kommunikationsentwicklung zu begleiten und individuelle, voraussetzungslose Angebote zu erstellen, welche das Verstehen und die Verständigung zwischen ihnen und ihrer Umwelt verbessern. 

 

UK – Für wen?

Unterstützte Kommunikation richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich aufgrund unzureichender lautsprachlicher Kompetenzen nicht verständlich mitteilen können. Sie benötigen unterstützende Kommunikationsformen

  1. a) als Ausdrucksmittel, also als Ersatz für die Lautsprache (z.B. ein Gerät mit Sprachausgabe),
  2. b) als Ergänzung zu vorhandenen Lautsprachkompetenzen und möglicherweise als Hilfe beim Spracherwerbsprozess oder
  3. c) als Ersatzsprache bezogen auf In- und Output (z.B. Gebärdensprache).

Unterstützte Kommunikation richtet sich an Bezugspersonen (z.B. Eltern, Lehrer*innen, Mitschüler*innen) der nicht bzw. kaum sprechenden Kinder, Jugendlichen oder Erwachsenen. Das Wissen über alternative und ergänzende Formen der Kommunikation eröffnet neue Möglichkeiten, miteinander in Kontakt zu kommen bzw. diesen zu vertiefen.

 

Multimodales Kommunikationssystem – Individuelle Kommunikationssysteme erstellen

Bei der Erstellung individueller Angebote zur Unterstützung der Kommunikation gilt es, folgende Aspekte zu beachten, um alle schülerbezogenen Kompetenzen zu beachten:

1.) körpereigene Kommunikationsmöglichkeiten,

2.) UK-Hilfsmittel und

3.) Kommunikationsstrategien (mit welchen Kommunikationsformen bin ich in bestimmten Situationen erfolgreich).

 

Formen der UK – Vielfalt statt Einfalt

Unterschiedliche Formen der Unterstützten Kommunikation ermöglichen die Entwicklung eines vielseitigen, individuellen „multimodalen Kommunikationssystems“. Eine bestimmte Form bildet zumeist einen Schwerpunkt, jedoch werden auch die weiteren Formen in das System einbezogen (Abb. Bauersfeld/Bauersfeld (2011) in vonLoeper/ISAAC (Hrsg.): Handbuch der Unterstützten Kommunikation, 17.041.001):

 

UK im Unterricht – ein didaktisches Prinzip

Das zentrale Ziel der Unterstützten Kommunikation ist die verbesserte Partizipation in allen Lebensbereichen. Bezogen auf das Schulleben und den Unterricht gilt es, durch UK eine bessere Verständigung und somit eine umfassendere Teilnahme  an den Lerninhalten zu ermöglichen. Die Beachtung der Rahmenbedingungen in der Klasse und der benötigten Hilfsmittel zur Kommunikation durch die Lehrkräfte bilden die Voraussetzung, allen Schüler*innen alle Bildungsinhalte zugänglich zu machen.

 

UK-Online-Plattform – Wie kann ich mich mit anderen Lehrer*innen, Eltern, … austauschen? https://www.cluks-forum-bw.de/

 

UK-Literatur – Wo kann ich UK-Themen nachlesen?

  • Von Loeper Verlag / ISAAC (Hrsg.): Handbuch der Unterstützten Kommunikation. Karlsruhe (Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sämtlichen Themengebieten der UK. Aktualisierungen dieser Beiträge werden regelmäßig vorgenommen.)
  • Zeitschrift für Unterstützte Kommunikation. (Hier werden vierteljährig bestimmte Themen der UK betont, z.B. Gebärden, BIGmack und Co, Tablets im Kontext von UK etc.)

 

 

Spezifika an der Gustav-Heinemann-Schule

1. Ziele der UK

Hilfestellung für Schüler*innen, Eltern, Lehrkräfte und betreuende Personen zu ermöglichen, um ein geeignetes und umfassendes alternatives und/oder ergänzendes Kommunikationssystem, auf die einzelnen Schüler*innen individuell angepasst, aufzubauen.

 

2. Arbeitsfelder des UK-Teams

Bzgl. Schüler*innen mit UK-Bedarf und deren Eltern/Erziehungsberechtigte

  • Individuelle Förderung mit der Zielsetzung, diese Förderung an die Klassenleitung wieder zu übergeben (Implementierung von UK im Unterricht, Verständnis der UK als didaktisches Prinzip zur effektiven Partizipation an Bildungsinhalten): Durch Einzelförderung kann UK mit den Schüler*innen erprobt und verschiedene Anwendungen individuell angebahnt werden. Auch die Klassenteams werden im Umgang mit den angewandten UK-Hilfsmitteln, -Übungen, -Anwendungen etc. beraten und ggfs. angeleitet, damit diese in Unterrichtssituationen eingesetzt, geübt und verinnerlicht werden können.
  • Beratung von Eltern hinsichtlich der Erstellung von UK-Zielen und UK-Methoden
  • Regelmäßige Aktualisierung der UK-Schülerliste: Durch die Übersicht aller Schüler*innen mit UK-Bedarf können gezielte Fragen nach Unterstützungsbedarfen an entsprechende Kolleg*innen gestellt werden.
  • Individuelle Hilfsmittelversorgung (s. folgenden Aufgabenbereich)

Bzgl. Hilfsmittelversorgung

Zur Auswahl eines UK-Hilfsmittels ist ein diagnostisches Verfahren notwendig. Dabei werden unterschiedliche Hilfsmittel erprobt, bevor sie individuell bei der Krankenkasse beantragt werden. Notwendig dafür sind ein ärztliches Rezept, eine pädagogische Stellungnahme, ein Antragsschreiben der Erziehungsberechtigten und ein Kostenvoranschlag. Eltern werden bei diesem Beantragungsprozess und in der Folgezeit nach möglicher Genehmigung der Kommunikationshilfe intensiv durch das UK-Team beraten, begleitet und unterstützt.

Folgende Aufgabenbereiche sind in diesem Prozess enthalten: 

  • Diagnostik, Überprüfen von UK-Bedarfen entsprechender Schüler*innen
  • Übernahme des Hilfsmittelversorgungsprozesses
  • Einbezug von UK-Hilfsmittelfirmen
  • Verfassen pädagogischer Stellungnahmen (Anträge für Probezeit und möglicherweise anschließend für vollständige Übernahme von Geräten)
  • Enge Zusammenarbeit mit Eltern
  • Terminorganisationen (Beratungstermine mit Klassenlehrer*innen, mit Eltern, mit Hilfsmittelfirmen, Einweisungstermine, Nachschulungstermine)
  • Kontakt mit Krankenkassen bei Rückfragen zum beantragten Hilfsmittel

Bzgl. Kolleg*innen von Schüler*innen mit UK-Bedarf

  • Unterstützung der Klassenteams durch Besetzung der Schulstandorte Pestalozzi-Schule, Lerncampus Bauschlott und BVE mit jeweils einer Person des UK-Teams und folgenden Aufgaben:
    • Einzelförderung
    • Beratung einzelner Lehrkräfte
    • Beratung von Klassenteams
    • Unterrichtsbezogene Aktualisierung von UK-Hilfsmitteln

Der Vorteil einer standortbezogenen personellen Besetzung eines UK-Teammitglieds bringt die Vorteile, dass die Kolleg*innen zum Einen eine/n UK-Fachexpertin/en vor Ort direkt ansprechen können und zum Anderen die/der UK-Fachexpertin/te einen direkten Überblick und Einfluss auf UK-Unterstützung von Schüler*innen, Kolleg*innen, Klassenteams und Eltern haben.

  • Möglichkeit der Vorstellung von UK-Geräten auf Stufenkonferenzen
  • Regelmäßiges Treffen mit UK-Ansprechpartner*innen der Klassen (Jedes Klassenteam benennt eine/n Ansprechpartner*in für den Bereich UK, die/der sich darum kümmert, dass die Schüler*innen in diesem Bereich adäquat gefördert werden, z.B. organisiert sie/er die Beratung durch die/den UK-Beauftragte/n und die Umsetzung im Unterricht. In diesem Rahmen können Fachkonferenzen angeboten werden, um individuelle Entwicklungsverläufe zu besprechen. Auch die Zusammenarbeit mit Hilfsmittelfirmen kann organisiert werden, um eine zuverlässige Betreuung der Geräte zu erreichen.)
  • Möglichkeiten zu Fallbesprechungen

Bzgl. GHS-eigene Hilfsmittel der UK

  • Organisation und Überprüfung der Ausleihe
  • Erklärung der Bedienung von Geräten und Ideen für den Einsatz in der individuellen Förderung und dem Einsatz im Unterricht (Die Ausleihe wird ausschließlich über eine Person des UK-Teams erfolgen, die neben der Ausleihe dann auch konkrete Tipps zur Anwendung vor Ort geben kann. Die Ausleihe kann somit auch durch die Lieferung des Gerätes zu der Klasse durch das UK-Teammitglied erfolgen und somit eine Beratung in der konkreten Nutzung des Gerätes mit den Schüler*innen angeboten werden.)
  • Wartung der Hilfsmittel, Aussortieren defekter Geräte
  • Organisation von jährlichen Neubestellungen für die Ausleihe

Bzgl. Kooperationen, Netzwerktreffen, Informationen

  • Schulinterne Treffen des UK-Teams
  • UK-Café (in Kooperation mit SaW)
  • Jahrestreffen aller UK-Teams der Schulen in/um Pforzheim (RuPf)
  • Messe REHAB Karlsruhe
  • UK-Kongress an der Techn. Uni Dortmund (alle zwei Jahre)
  • Individuelle Fortbildungen
  • Kooperation, Stundenkoordination, Fallbesprechungen, Austausch mit den Stützerinnen der GHS
  • Aktualisierung der UK-Konzeption

 

3. Personelle Besetzung des UK-Teams und Aufgabenbeschreibung

Grundsätzlich ist es wünschenswert, dass sich das UK-Team aus Kolleg*innen beider Schulen (GENT und KMENT) zusammensetzt.

Bei der personellen Besetzung der drei o.g. Standorte ist zu beachten, dass der größte UK-Bedarf an der Pestalozzi-Schule besteht. Die UK-Kolleg*innen werden an jenen Standorten eingesetzt, an denen sie auch in ihrer Klasse unterrichten:

Barbara Küpper (KMENT): Besetzung des Standortes Pestalozzi-Schule mit einer Deputatsstunde

Oliver Tempel (KMENT): Besetzung des Standortes Pestalozzi-Schule mit einer Deputatsstunde

Jörg Reum (KMENT): Besetzung des Standortes BVE mit einer Deputatsstunde

Eva Federspiel (GENT): Besetzung des Standortes Lerncampus Bauschlott mit einer Deputatsstunde

 

Die UK-Stunde wird fest im Stundenplan verankert und umfasst – wie oben beschrieben – folgende Aufgaben:

  • Einzelförderung
  • Beratung einzelner Lehrkräfte
  • Beratung von Klassenteams
  • Unterrichtsbezogene Aktualisierung von UK-Hilfsmitteln

Als weitere Aufgaben sind die Teamsitzungen, Fallbesprechungen, Fachkonferenzen, Treffen mit UK-Ansprechpartner*innen der einzelnen Klassen und das Jahrestreffen (RuPf) zu nennen.

 

Sören Bauersfeld (KMENT): halbes Deputat mit Übertrag aller weiteren Aufgabenbereiche, insbesondere:

  • Regelmäßige Aktualisierung der UK-Schülerliste und der UK-Konzeption
  • Hilfsmittelversorgung mit allen oben beschriebenen Punkten (Diagnostik, Beratung von Kolleg*innen und Eltern, Organisation des Einbezugs von Hilfsmittelfirmen, Verfassen pädagogischer Stellungnahmen, Begleitung der Probezeit und bei Fragen im weiteren Verlauf)
  • Ausleihe von UK-Geräten mit der Möglichkeit, die Geräte zu den Klassenteams zu bringen und vor Ort eine UK-Beratung zur Nutzung der Geräte anzubieten. Zusätzlich Wartung und jährliche Neubestellungen sowie Information des Kollegiums über UK-Geräte der GHS.
  • Informationen zu UK auf Stufenkonferenzen (falls erwünscht)
  • Teamsitzungen, Fallbesprechungen, Fachkonferenzen, Treffen mit UK-Ansprechpartner*innen der einzelnen Klassen und das Jahrestreffen (RuPf)

 

Aufgrund einer solchen Verteilung des UK-Teams besteht die Möglichkeit, direkte Unterstützungen vor Ort zu geben und möglichst umfassende Rahmen- und Organisationsbedingungen für das Kollegium zu bieten.

 

 

UK-Fortbildungen – Wie mache ich mich UK-fit?

http://die-uk-kiste.jimdo.com/termine/

www.gesellschaft-uk.de

Fachtag zum Thema „Unterstützte Kommunikation“ Samstag, 22.09.2018, 10.00-17.30 Uhr Infos hier

 

weitere Fortbildungen hier

 

 

UK-Café – Ein regionales Angebot  Einladung

UK-Online-Plattform – Wie kann ich mich mit anderen Lehrer*innen, Eltern, … austauschen?

https://www.cluks-forum-bw.de/

 

UK-Literatur – Wo kann ich UK-Themen nachlesen?

  • Von Loeper Verlag / ISAAC (Hrsg.): Handbuch der Unterstützten Kommunikation. Karlsruhe (Hier finden Sie aktuelle Beiträge zu sämtlichen Themengebieten der UK. Aktualisierungen dieser Beiträge werden regelmäßig vorgenommen.)
  • Zeitschrift für Unterstützte Kommunikation. (Hier werden vierteljährig bestimmte Themen der UK betont, z.B. Gebärden, BIGmack und Co, Tablets im Kontext von UK etc.)
  • Bollmeyer, H. / Engel, K. / Hallbauer, A. / Hüning-Meier, M. (Hrsg.) (2011): UK inklusive. Teilhabe durch Unterstützte Kommunikation. Karlsruhe (Hier finden Sie Beiträge, welche Kinder und Jugendliche mit Kommunikationsbeeinträchtigungen in inklusiven Settings betrachten und Anregungen für die Entwicklung inklusiver Situationen geben.)
  • Hallbauer, A. / Hallbauer, T. / Hüning-Meier, M. (Hrgs.) (2013): UK kreativ! Wege in der Unterstützten Kommunikation. Karlsruhe (Hier finden Sie Anregungen für den Einbezug von UK in unterschiedlichsten pädagogischen und therapeutischen Feldern.)
  • Hallbauer, A. / Kitzinger, A. (Hrsg.) (2014): Unterstützt kommunizieren und lernen mit dem iPad. Karlsruhe (Hier finden Sie theoretische und praxisorientierte Beispiele zum Einbezug von iPads in UK-Kontexte.)https://www.ghs-pf.de/images/PaedagogischesKonzept/201819UKCafetermine.png
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